Euroraum
Euro als „Safe Haven“: Der Euro profitierte von den jüngsten US-Turbulenzen und festigte seine Position als sicherer Hafen. Das EU-Parlament hat zudem die Arbeit am Handelsabkommen mit den USA vorerst eingestellt, bis die dortige Rechtslage geklärt ist.
Wirtschaftliche Signale: Die Februar-Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für die Eurozone fielen leicht besser aus als erwartet, was auf ein solides Wirtschaftswachstum hindeutet.
Zinspfad der EZB: Die Löhne im Euroraum stiegen im vierten Quartal annualisiert um fast 3%. Dies nährt Spekulationen, dass der nächste Schritt der EZB eher eine Zinserhöhung sein wird.
Führung der Zentralbank: Gerüchte über einen vorzeitigen Rücktritt von Christine Lagarde sorgen für Unsicherheit über den künftigen Kurs, auch wenn die Auswirkungen auf den Euro mangels klarer Nachfolge bisher begrenzt sind.
Globale Einflussfaktoren
US-Zoll-Chaos: Nach einem Urteil des Supreme Court, das Trumps Zölle für illegal erklärte, führte der US-Präsident umgehend einen neuen globalen 15%-Zoll für 150 Tage ein. Dies hat den US-Dollar belastet und den US-Handel in Unruhe versetzt.
Geopolitik & Iran: Die steigende Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs auf den Iran steht diese Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies stützt den Ölpreis (Brent über 71 $), was wiederum Rohstoffwährungen wie NOK und CAD begünstigt.
Zentralbank-Kommunikation: Da makroökonomische Datenveröffentlichungen diese Woche eher spärlich gesät sind, liegt der Fokus auf zahlreichen Reden von Vertretern der Fed, EZB und Bank of England.
G3 Währungen
EUR
Die PMI-Einkaufsmanagerindizes überraschten leicht positiv. Mögliche weitere Anzeichen dafür, dass auf der nächsten Sitzung der EZB eine Zinserhöhung möglich ist, lieferte die Umfrage zu den ausgehandelten Löhnen in der Eurozone für das vierte Quartal, bei der der Lohnzuwachs wieder auf eine annualisierte Rate von fast 3 % anstieg. Die Zollnachrichten vom Wochenende überschatten aktuell jedoch alles, da das Europäische Parlament die Arbeit am Handelsabkommen mit den USA vorerst aussetzt, bis das Chaos auf US-Seite beseitigt ist. Die erste Marktreaktion bestand in Euro-Käufen, was ein weiteres Signal für die Konsolidierung der Gemeinschaftswährung als „sicherer Hafen“ während der politischen Unruhen in den USA ist.
USD
Makroökonomische Nachrichten und die Geldpolitik wurden am Freitag vom Gerichtsurteil über die Handelszölle überschattet. Dennoch ist festzuhalten, dass sämtliche Daten der vergangenen Woche die Falken innerhalb der Fed stützten. Die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter, eine Reihe von Immobiliendaten sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen stärker aus als erwartet. Zudem war das Protokoll der letzten Fed-Sitzung sehr restriktiv (hawkish) und deutet darauf hin, dass mehrere FOMC-Mitglieder kurz davor stehen, Zinserhöhungen in Betracht zu ziehen. So taubenhaft (dovish) der künftige Vorsitzende Warsh auch agieren mag – er wird es schwer haben, die übrigen stimmberechtigten Mitglieder auf seinen Kurs zu ziehen. Natürlich steht das neue Zoll-Chaos nun im Fokus, doch weder die US-Wirtschaft noch die Fed scheinen derzeit mit einem signifikanten Zinssenkungszyklus vereinbar zu sein.
GBP
Die Wirtschaftsnachrichten aus Großbritannien waren in der vergangenen Woche durchaus positiv für das Pfund Sterling. Die Kerninflation im Januar übertraf die Erwartungen, ebenso wie die Einzelhandelsumsätze. Der positivste Aspekt war die Aufwärtsüberraschung beim PMI-Frühindikator für die Geschäftstätigkeit. Während diese Entwicklungen das Pfund stützen sollten, dürften sie kurzfristig von den politischen Risiken für die Labour-Regierung überschattet werden. Hierbei steht unmittelbar eine wichtige Nachwahl am Donnerstag an, bei der einer ihrer Parlamentssitze gefährdet ist.
